GCCC Gewinner 2025: Direkte Restoration
Sofia Grindenko von der Russischen Universität für Medizin (ROSUNIMED) in Moskau gewann beim Global Clinical Case Contest 2024–2025 für Studenten der Zahnmedizin die Kategorie „Direkte Restaurationen“. Am 20. Wettbewerb von Dentsply Sirona nahmen Studenten aus 108 medizinischen Fakultäten teil, rund 300 Fallstudien wurden zur Bewertung eingereicht. Grindenko gehörte zu den zehn Finalisten des Wettbewerbs. Die internationale Jury bewertete klinisch und ästhetisch anspruchsvolle Front- und Seitenzahnrestaurationen, die als direkte oder indirekte Versorgungen im CAD/CAM-Workflow und mit Produkten von Dentsply Sirona umgesetzt wurden.
Ein 32-jähriger Patient stellte sich mit dem Wunsch vor, die Ästhetik seiner oberen Frontzähne zu verbessern. Er wünschte sich einen minimalinvasiven Eingriff mit gleichzeitiger Aufhellung der Zahnfarbe, um sein Lächeln zu verjüngen. Dazu war es nötig, defekte Restaurationen zu ersetzen und Karies zu entfernen. Zur ästhetischen Rehabilitation wurde eine direkte Kompositrestauration mittels vollflächiger Veneers gewählt.
Digitales Smile-Design
Die Ausgangssituation war komplex: An den Zähnen 13, 11, 21, 22 und 23 waren mehrere Restaurationen teilweise beschädigt. Zudem wies Zahn 12 eine kleine Fraktur an der Schneidekante auf. Im zervikalen Bereich wurden außerdem Sekundärkaries und bräunliche Verfärbungen festgestellt. Die Zenite der beiden mittleren Schneidezähne waren asymmetrisch und verstärkten den unausgewogenen Gesamteindruck zusätzlich. Zu Beginn wurden beide Kiefer mit Primescan AC gescannt und ein erstes 3D-Modell gedruckt. Unter Berücksichtigung der zulässigen Höhenverhältnisse wurde das Smile-Design festgelegt. Anschließend wurde auf Basis der zuvor festgelegten Zahnform ein Komposit-Mock-up angefertigt.
In einem zweiten Schritt erfolgte die Entfernung von Karies und unzureichenden Restaurationen. Die gleichzeitige Isolierung der Zähne 13 bis 23 mit einem Kofferdam schuf eine trockene Arbeitsumgebung. Anschließend wurden alle kariösen Bereiche und defekten Restaurationsmaterialien mit rotierenden Instrumenten sowie einem Sandstrahler mit 27-µm-großen Aluminiumoxidpartikeln entfernt. Als Teil des Adhäsivprotokolls kam „Prime&Bond Universal“ zum Einsatz. Der Silikonkeil wurde so angepasst, dass sich die am 3D-Modell erstellte palatinale Kontur präzise auf die klinische Situation übertragen ließ. Für diesen Schritt kamen „Neo Spectra ST HV A1“ und „Neo Spectra ST Flow A1“ zum Einsatz.
Anschließend wurde jeder Zahn einzeln mithilfe von Schmetterlings- und Brinker-Klammern retrahiert, und der Zenit von Zahn 11 wurde durch kompressive Verschiebung der Schleimhaut mit einer aktiven B4-Brinker-Klammer apikal verlagert. Die endgültige Höhe ergab sich während einer dreiwöchigen Anpassungsphase, während der Patient die Kompositbasis aus Neo Spectra ST HV A1 trug. Diese Phase diente dazu, die korrekte Positionierung der optischen Elemente im Schneidezahn-Drittel genau zu bestimmen. Nach Abschluss der Formgebung wurden die Kontaktpunkte selektiv geöffnet, um ausreichend Platz für visuelle Effekte wie den Halo-Effekt und für die nachfolgende Schmelzschicht zu schaffen. Anschließend wurde die oberflächliche Kompositschicht vestibulär mithilfe der Enhance Disc reduziert, um zusätzlichen Platz für die inneren Schichtstrukturen zu schaffen. Im nächsten Schritt wurden die optischen Strukturelemente modelliert. Dazu gehörten Mamelons, der Halo-Effekt und Lamellen, die mit Neo Spectra ST Effects in den Farbtönen D1 und D3 aufgebaut wurden. Die angestrebte Transluzenz wurde mit Esthet-X HD CE in Blau- und Lavendeltönen nachgebildet.
Anschließend wurde die Schmelzschicht aufgetragen. Die äußere Schmelzfarbe Neo Spectra ST Effects E1 wurde über die gesamte vestibuläre Oberfläche einschließlich des subgingivalen Bereichs verteilt. Dabei kam die oben beschriebene individuelle Isolationstechnik zum Einsatz. Die Restaurationen wurden mit dem Enhance Polishing System konturiert, geschliffen und poliert. Sobald ein trockener Glanz erreicht war, wurde die mikrotexturierte Oberflächenstruktur in Form von Perikymata mit einem flammenförmigen Diamanten eingearbeitet. Abschließend wurde mit Prisma Gloss Extra Fine und einer Ziegenhaarbürste eine Hochglanzpolitur durchgeführt. Bei der Kontrolluntersuchung einen Monat nach der Behandlung zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Ästhetik im oberen Frontzahnbereich, bedingt durch die rekonstruierte symmetrische Zahnform, die wiederhergestellten engen Kontaktpunkte, die aufgehellte Zahnfarbe und den natürlich wirkenden optischen Tiefeneffekt der Restaurationen.
Diskussion
In diesem Fall ermöglichten digitale Technologien wie intraorales Scannen und 3D-Druck die Erstellung eines präzisen Smile-Designs, das zu einem vorhersagbaren ästhetischen und funktionellen Ergebnis beitrug. Während der Behandlung wurden mehrere Verfahren entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Dazu gehörten die Einzelisolation zur gezielten Weichgewebsmanipulation, die kontrollierte Korrektur der gingivalen Zenithe sowie die schrittweise vestibuläre Reduktion zur Schaffung von Raum für die internen optischen Effekte. Um einen jugendlich natürlichen Effekt zu erzielen, wurden die internen optischen Elemente mithilfe von Tönungen sowie Materialien mit unterschiedlicher Transluzenz und Opazität nachgebildet.
Bilder
|
No |
Bild |
Bildunterschrift |
|
1 |
![]() |
Ausgangssituation |
|
2 |
![]() |
Digitale Analyse und Mock-up des 3D-gedruckten Modells |
|
3 |
![]() |
Entfernung von Karies und defekten Restaurationen |
|
4 |
![]() |
Adhäsives Protokoll, Anpassung des Gaumenindex und Übertragung der Gaumenkonturlinie |
|
5 |
![]() |
Isolierung und Korrektur des Zahnfleischhöchststandes |
|
6a / 6b |
![]() |
Mock-up und Festlegung der endgültigen Zahnlänge |
|
7 |
![]() |
Abschließende Anpassung der Form und Herstellung der Kontaktpunkte |
|
8 |
![]() |
Vestibuläre Reduktion |
|
9 |
![]() |
Modellierung optischer Strukturelemente |
|
10 |
![]() |
Applikation der Schmelzschicht |
|
11 |
![]() |
Konturierung, Ausarbeitung und Politur |
|
12 |
![]() |
Einarbeiten mikrotexturierter Perikymata |
|
13 |
![]() |
Vier Wochen nach der Behandlung |












