Abenteuer Tansania – Ein Bericht über unser zahnmedizinisches Projekt in einem Massai Dorf in Tansania

Mein Mann, Zahnarzt in eigener Praxis in Innsbruck und ich, Dentalhygienikerin lernten um Weihnachten 2021 Mag. Sigrid Sadjak aus einem benachbarten Dorf in Tirol kennen. Sigrid unterstützt seit 2020 einen Massai und sein Schulprojekt in Tansania.
Marija Krauß

Kaira (30) ist ein Massai, und er hat sich in jungen Jahren in den Kopf gesetzt, für sein Dorf bei Engaruka Bildung zu organisieren und die Genitalverstümmelung zu beenden. Kaira, war nach der Primary School von zu Hause weggelaufen, weil er weiter zu Schule gehen wollte, anstatt wie traditionell üblich Ziegen und Rinder zu hüten. Er schlug sich zu Fuß mehrere 100 km zur Hauptstadt durch, fand Aufnahme in einem staatlichen Gymnasium, absolvierte die Schule, machte anschließend eine Ausbildung zum Guide und arbeitete dann im Tourismusbereich. Alles, was er verdiente, steckte er in seinen Traum, daheim eine Schule zu bauen. Mit der Unterstützung aus Österreich konnte 2021 das erste Schulhaus und ein Haus für die Lehrer gebaut werden.

Uns kam gleich der Gedanke, wie es wäre, dort eine kleine „Krankenstation“ zu integrieren und zahnmedizinische, bzw. auch medizinische Hilfe mit entsprechend hilfsbereiten Kollegen anzubieten, die neben einem Safari-Urlaub bereit wären, ein paar Tage in Engaruka zu verbringen.

Als Erstes schrieben wir die tansanische Botschaft in Berlin an, schilderten unser Vorhaben und baten um Hilfe bezüglich möglicher Genehmigungen, in Tansania zahnmedizinisch tätig werden zu dürfen und der zu erwartenden Zollformalitäten bei Einfuhr des Equipments. Weder Briefe noch Mails wurden beantwortet, so nahm Kaira Kontakt mit einer NGO vor Ort auf, um dadurch unproblematischer das Equipment durch den Zoll zu bekommen. Von dort erhielten wir auch großzügige Unterstützung, sodass wir im Juni drei Transportkisten mit mobiler Behandlungseinheit und Material über DHL, die uns dankenswerterweise mit einem Sondertarif unterstützten, losschickten.

Bereits am 1. Juli war die Lieferung beim Zoll in Daressalam, sodass wir guter Dinge waren, die Sachen bis zum 17. Juli in Arusha bei der NGO abholen zu können.

Es kam leider anders. Eins ums andere Mal wurden noch Bestätigungen, Genehmigungen usw. angefordert, sodass wir nach unserer Ankunft erst einmal auf Safari gingen. Eine weitere Woche verging und wir beschlossen, mit ein paar Mundspiegeln, die wir vorsichtshalber separat mitgenommen hatten, schon einmal vor Ort den Behandlungsbedarf zu checken. Wir untersuchten insgesamt 132 Kinder und Erwachsene in der Schule und im angrenzenden Boma (das sind die Hütten der Massai aus getrocknetem Kuhdung, Lehm und einzelnen Holzpfosten hergestellt). mit dem Ergebnis von über 90 % naturgesunder Gebisse. Es fanden sich nur vereinzelt max. 1-2 kleine Kariesläsionen, zumeist in Milchzähnen. Und wir sind uns nicht sicher, ob es sich nicht meistens um kleinere Abfrakturen der Zahnhartsubstanz durch die harte Nahrung handelte. Durchgängig waren Verfärbungen zu diagnostizieren, die durch den erhöhten Gehalt von Fluorid und Mineralien zu erklären waren. Von den Erwachsenen hatte keiner ein Problem mit Parodontitis oder den Weisheitszähnen, die sämtlichst orthograd dastanden. Ein Zahnarzt war also so ziemlich das Letzte, was die Menschen hier benötigten.

Wenn man die aus unserer Sicht grenzenlose Armut der Bewohner in Betracht zieht, verwundern die Ergebnisse nicht: Man hat einfach kein Geld für Zucker, die Ernährung ist die, wie seit Jahrhunderten: Ziegenmilch, gelegentlich Fleisch, wenn ein Tier geschlachtet werden muss und Haferbrei.

Als unsere Zeit in Engaruka zu Ende ging, mussten wir leider die Order geben, die Lieferung zurück zu senden – sie wäre bestenfalls angekommen, als wir schon wieder weitergereist wären.

Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal bei der DGDH e.V. und den Firmen Komet Dental, und DHL bedanken, die uns großzügig unterstützt haben.

Unter www.eramatare.org gibt es weitere Informationen zu dem Projekt. Jede Unterstützung ermöglicht einen Fortbestand der Bildung für die Massai-Kinder in Engaruka.
„Eramatare“ kommt aus dem Maa, der Sprache der Massai und bedeutet: „Wir übernehmen Verantwortung“.

Sie können dieses rein private Hilfsprojekt auch durch Spenden unterstützen. Jeder Euro kommt garantiert in Engaruka an, es gibt keine Verwaltungskosten und Frau Sadjak organisiert in Österreich alles ehrenamtlich.

 

/// Spendenkonto für das Hilfsprojekt
Mag. Sigrid Sadjak
Verwendungszweck: Eramatare School
IBAN: AT02 6000 0005 1621 2969
BIC: BAWAATWW

– AUTORIN
Marija Krauß
Dentalhygienikerin, Schriftführerin der DGDH

– KONTAKT
Joachim Krauß, Zahnarzt
Salurner Str. 15/2
A-6020 Innsbruck
E-Mail: krauss@dgdh.de
Internet: www.dgdh.de