Sommerhitze erhöht Legionellen-Risiko: Blue Safety warnt vor Stagnation in Wassersystemen

Mit steigenden Außentemperaturen wächst das Risiko für mikrobielles Wachstum in Trinkwasserinstallationen deutlich. Aktuelle Forschungsergebnisse, wie die aus dem Schweizer LeCo-Projekt, belegen, dass Gebäudewassersysteme insbesondere im Sommer häufiger kritische Temperaturbereiche erreichen. Dies betrifft neben Wohn- und Gewerbeimmobilien auch zahnärztliche Praxen, in denen wasserführende Systeme eine zentrale Rolle für die Hygiene und die Patientensicherheit spielen.

 

„Gerade in den Sommermonaten beobachten wir regelmäßig, dass Wasserinstallationen unbemerkt in Temperaturbereiche geraten, die das Wachstum von Mikroorganismen begünstigen“, sagt Eva-Catharina Voßfänger, Geschäftsführerin der Blue Safety Hygienetechnologie GmbH. Steigende Umgebungstemperaturen führten demnach dazu, dass insbesondere Warmwassersysteme häufiger in den kritischen Temperaturbereich zwischen 25°C und 50°C gelangen, in dem sich Legionellen bevorzugt vermehren.

 

Besonders betroffen sind Krankenhäuser, Zahnarztpraxen, medizinische Versorgungszentren, gewerblich genutzte Immobilien und Privathaushalte. Gerade in der Dentalmedizin spielt die Wasserhygiene eine besondere Rolle. Denn es wird direkt im Behandlungsumfeld genutzt und fließt durch verschiedene wasserführende Systeme. Wenn es zu lange steht oder die Temperatur nicht stimmt, können sich Mikroorganismen leichter vermehren.

 

Aktuelle Forschungsergebnisse des multidisziplinären LeCo-Projekts (Legionella Control in Buildings, Schweiz, 2020–2025) der Eawag zeigen zudem, dass Einzelmessungen allein nicht ausreichen, um Risiken nachhaltig zu beherrschen. Vielmehr sei ein Zusammenspiel aus kontinuierlicher Überwachung, technischer Optimierung und betrieblicher Prävention wichtig. „Wasserhygiene endet nicht bei der Messung. Entscheidend ist das gesamte System, insbesondere in sensiblen Bereichen wie der Zahnmedizin”, sagt Voßfänger.

 

Und nicht nur Warmwasseranlagen, sondern auch Kaltwasserinstallationen können in den Sommermonaten hygienisch relevant werden. Wird die Temperatur von Trinkwasser-Kaltleitungen dauerhaft über 25 °C angehoben, beispielsweise durch hohe Außentemperaturen oder längere Stagnationszeiten, entstehen Bedingungen, die mikrobielles Wachstum begünstigen können.

 

 

/// Fünf Empfehlungen für geschlossene Praxen im Sommer:

  1. Vor Wiederinbetriebnahme gründlich spülen: Nach längeren Schließzeiten sollten alle Wasserentnahmestellen bis zum Erreichen stabiler Temperaturen durchgespült werden.
  2. Thermische Stabilisierung sicherstellen: Warmwassersysteme sollten vor Praxisstart wieder auf Solltemperatur gebracht und bestimmungsgemäß betrieben werden. Temperaturen von mindestens 60 °C am Warmwasserbereiter helfen, das Wachstum von Legionellen zu begrenzen.
  3. Alle Behandlungseinheiten aktiv durchspülen: Wasserführende Systeme in dentalen Behandlungseinheiten sollten gemäß den Herstellervorgaben gespült und aufbereitet werden.
  4. Stagnation vermeiden: Automatische Spülprogramme sollten aktiviert werden. Alternativ sind organisatorische Maßnahmen für einen regelmäßigen Wasseraustausch vorzusehen.
  5. Kaltwasserinstallationen kontrollieren: Kaltwasser sollte möglichst unter 20 °C bleiben. Dauerhaft erhöhte Temperaturen über 25 °C können die Vermehrung von Mikroorganismen fördern.

 

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