Worauf der Besucher in den Messehallen besonders achtet

Das ästhetische Wunschergebnis sieht der Patient sofort. Den besten Weg dorthin erhalten die Besucher auf der 42. IDS 2027 in den Kölner Messehallen – inklusive des passenden Equipments für die nächsten Schritte in der eigenen Praxis bzw. im eigenen Labor. Einige Anregungen für den Gang über die IDS gibt Dr. Markus Heibach, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), in unserem Interview.

 

dental:spiegel: Herr Dr. Heibach, welche Wünsche werden an Zahnärzte zurzeit verstärkt herangetragen, und wohin weist der Trend?

Dr. Markus Heibach: Aus meinen Gesprächen lässt sich ein zentraler Wunsch so zusammenfassen: geringer Eingriff – große Wirkung. Ein anderer: vorab sehen, wie das Endergebnis aussieht – und ein dritter: bitte eine schonende und unsichtbare Behandlung. Diese drei Aspekte definieren Trends, die sich in Zukunft weiter verstärken dürften.

 

Wie reagieren Zahnarzt und Zahntechniker auf diese aktuellen Anliegen von Patienten?

Mit bewährten Konzepten und neuen Lösungsansätzen – alles zu sehen auf der 42. Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln. Zahnärzte und Zahntechniker haben dabei stets ein schonendes, zahnhartsubstanzerhaltendes Vorgehen bei möglichst geringfügigen chirurgischen Eingriffen und einer großen Wirkung, funktionell wie ästhetisch, im Blick.

 

Welche geringfügigen Eingriffe mit großer Wirkung stehen beim Rundgang über die IDS im Vordergrund?

Es sind vor allem hauchdünne Veneers, Aligner-Korrekturen und atraumatisches Bleaching. Lassen Sie mich zunächst bei den Veneers beginnen:

Die besagten hauchdünnen Veneers lassen sich, je nach klinischer Ausgangslage, sogar ohne Präparation und mit unterschiedlichen Materialien realisieren. Lithiumdisilikatkeramik wird dabei oft als Goldstandard angesehen; als Alternative kommt etwa Lithiumsilikat mit einem kleinen Anteil Zirkonoxid in Frage. Diese Materialien lassen sich chairside oder labside verarbeiten und gewährleisten auch bei geringer Schichtstärke eine hohe Festigkeit. Für laborgefertigte Veneers mit besonders geringer Schichtstärke stellt Feldspatkeramik mit ihrem lebendigen Lichtspiel eine weitere Option dar. Darüber hinaus stehen Hybridkeramiken zur Auswahl.

 

Welche Verarbeitungsverfahren sieht sich der IDS-Besucher im Zusammenhang mit solchen hauchdünnen Veneers bevorzugt an?

In den Kölner Messehallen präsentieren Aussteller nebeneinander computergestützte Fräsverfahren und den 3D-Druck in zahnfarbenen Materialien.

Chairside-Fertigung heißt klassischerweise, dass die prothetische Arbeit aus einem Keramikblock gefräst wird, meist aus Lithiumdisilikat, alternativ dazu aus zirkonoxidverstärktem Lithiumsilikat oder auch aus Zirkonoxid. Eine weitere Option stellt Hybridkeramik dar. Denn sie lässt sich leicht fräsen und bietet eine gute Ästhetik, wobei allerdings die genannten zahntechnischen Struktur- und Glaskeramiken eine höhere Verfärbungsresistenz aufweisen.

Im 3D-Druck lassen sich vorwiegend temporäre Einzelzahnversorgungen aus Druckharzen herstellen. Die jüngsten Entwicklungen zielen jedoch zunehmend auf permanenten Zahnersatz ab. So eignen sich heute verschiedene hochgefüllte Komposite auf der Basis lichthärtender methacrylatbasierter Harze für temporäre Kronen und Brücken und keramikgefüllte Harze für permanente Einzelkronen, Inlays, Onlays und Veneers.

 

Wo steht aus Ihrer Sicht die Aligner-Technologie heute?

Praktisch unsichtbare Aligner statt sichtbarer kieferorthopädischer Apparaturen – das hat in den vergangenen Jahren zu neuen Behandlungsoptionen geführt. Nicht nur das ästhetische Endergebnis überzeugt, sondern auch der Behandlungsverlauf – spürbar schonend für den Patienten und äußerlich kaum sichtbar dank der transparenten Schienen.

Viel zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Fertigung im 3D-Druck. Darüber hinaus helfen digitale bildgebende Verfahren dabei, dem Patienten das Endergebnis bereits im Voraus zu visualisieren. Dies gilt ebenso für die Prothetik.

 

Wie weit sind wir auf diesem Wege schon gekommen?

Sehr weit! Was man heute gern unter dem Begriff Smile Design subsummiert, bedeutet: Vor einer prothetischen, kieferorthopädischen oder implantologischen Behandlung wird die Therapie auf Basis bildlicher Darstellungen der klinischen Ausgangslage, insbesondere eines Intraoralscans, vom Ergebnis her rückwärts geplant. Doch das Ergebnis sieht der Patient schon am Anfang als Simulation auf dem Bildschirm.

Oder man druckt ihm, wo möglich, sogar ein Mock-up aus; auch hier trägt der 3D-Kunststoff-Druck viel zu einer effektiveren Kommunikation mit dem Patienten bei. Die Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende digitale Workflows erweitert die bisherigen Simulationsmöglichkeiten.

 

Welchen Stellenwert hat für Sie das Bleaching?

Es kann in vielen Fällen das ästhetische Ergebnis einer prothetischen oder kieferorthopädischen Behandlung perfektionieren, indem dunklere Stellen farblich angeglichen werden. LED-gestützte Verfahren und unterschiedliche Peroxide mit einer patientengerechten Bleichmittel-Konzentration ermöglichen eine effektive Aufhellung; der Zahnschmelz wird dabei nicht beschädigt.

Die 42. IDS zeigt vom 16. bis zum 20. März 2027 geringinvasive, hauchdünne Veneers ebenso wie unsichtbare Zahnkorrekturen unter Verwendung von Alignern und schonende Verfahren zur Zahnaufhellung. Besucher finden hier auch das dafür benötigte Equipment, um die heutigen Chancen ihren Patienten zeitnah zugänglich zu machen.

 

(Das Gespräch führte Dr. Christian Ehrensberger)